Erfahrungen sind immer eine Interaktion der Menschen, deshalb sind diese immer individuell.

…. hier sind unsere.

Wie haben wir unser Projekt begonnen?

Parallele Suche von Menschen und Immobilien.

Dadurch hatten wir immer klare Vorgaben, aber hatten viele Enttäuschungen, da es nicht gelang für eine aktuelle Immobilie die Menschen zu finden.

Unser Mut die Immobilie ohne die Menschen zu kaufen, brachte die Umsetzung, jedoch war die fehlende Konzeption und das fehlende Kennen der Mitbewohner verantwortlich, dass das Miteinander mit vielen Klärungsgesprächen belastet war und dadurch die Weiterentwicklung des Projektes fast zum Stillstand kam.

Die Finanzierung

Die Idee das Projekt gemeinschaftlich zu finanzieren, konnte nicht verwirklicht werden. Man kam einfach nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

Unsere persönliche finanzielle Situation und unendlich viel Mut, haben dazu geführt, dass wir alleinige Eigentümer sind. Bisherige Erfahrungen sind sehr gut, die Finanzierung steht.

Die Position der Vermieter, die gleichzeitig im Projekt wohnen, verursacht jedoch viele Diskussionen.

Mit den richtigen Menschen würden wir diesen Schritt die Immobilie als Einzelinvestor zu kaufen immer wieder machen, da es dennoch vieles einfacher macht.

Die Suche nach der Immobilie:

Als Fahrradfahrer mit vielen verteilten Flyern und vielen Gesprächen gibt es viele Immobilien. Man sollte jedoch sehr wählerisch sein, denn die Immobilie machts. Dass Menschen sich wohlfühlen und das finanzielle Risiko überschaubar bleibt. Hier waren wir sehr erfolgreich.

Die Suche nach den Menschen.

Was wir hier erlebt haben war und ist unbeschreiblich. Es gibt sehr wenige realistische Ansätze von Menschen, die in einer Gemeinschaft leben wollen abgesehen vom können.

Wir probierten es über die Homepage, über verschiedene Portale und auch mit Inseraten und Stammtischen.

Es ist und bleibt schwierig und wir kennen kein Erfolgskonzept. In einer Konsumgesellschaft gibt es sehr wenige selbstlose Menschen, die zuerst danach fragen, wie sie die Gemeinschaft unterstützen können, stattdessen haben die Menschen zahllose Vorstellungen, wie sie von der Gemeinschaft profitieren können.

Hier sind wir immer noch in der Findungsphase.

Einen Tipp möchten wir jedoch nicht verheimlichen.

Wenn man nach Menschen sucht, die sich einem Projekt anschließen, sollten man die Vision, die Mietverträge, Dienstpläne und sonstige notwendige formale Dinge bereits fertig erstellt haben. Man kann diese jederzeit mit entsprechender Mehrheitsbeteiligung ändern. Aber ohne diese Vorgaben anzufangen würden wir nicht wieder machen.

Die gemeinschaftlichen Organisationen:

Sehr gut bewährt haben sich große Infotafeln, wo wir Nachrichten und Einteilungen neben dem Eingang präsentieren. Wichtig auch regelmäßige Projektsitzungen.

Unser aktuelles Fazit als Projektorganisatoren:

Ohne folgende eigene Attribute sollten Sie niemals ein Projekt beginnen!

Ein zeitliches Engagement von mindestens 10h pro Woche

Unendlich viel Geduld

Hohe Belastbarkeit und Ausdauer

Sehr gute Fähigkeiten im Umgang mit Geld

Menschenkenntnis

Organisationstalent

…und unerschütterlichen Optimismus!!!

Was wirklich enttäuschend ist:

Dass sehr viele lange Gespräche mit Menschen geführt werden. Bei fast allen Gesprächen wird beteuert, wie unendlich wichtig und schön das Projekt ist. Doch dann hört man von den meisten Menschen nie wieder etwas.

Wir können die Stunden nicht zählen, die wir hier investiert haben. Das ist das größte Frustpotential, was diese Tätigkeit liefert. Wir haben uns deshalb mehr und mehr die Strategie zurecht gelegt, lieber eine frühe als eine späte ENTtäuschung. Bitter ist’s trotzdem.

Wenn man so eng zusammen lebt, braucht es eine riesengroße Portion Belastbarkeit und Energie, weil es nicht nur um die eigenen Bedürfnisse geht. Wer Auseinandersetzungen nicht gewachsen ist und jedes Thema in ein Drama verwandelt, wer sich durch klare Regeln, die in einer Gemeinschaft unabdingbar sind, gemaßregelt fühlt, wer selbst wichtig genommen werden will und andere nicht ernst nimmt … der ist hier falsch.

Wir sind weder ein Therapiezentrum noch ein Haus für Betreutes Wohnen.

Wir haben bewusst Vergleichsmieten angesetzt, die dem Mietspiegel der Umgebung entsprechen, obgleich wir über 20% der Wohnfläche als Gemeinschaftsräume zur Verfügung stellen. Uns ist es wichtig, dass keine Mehrbelastung auf die Bewohner verteilt wird. In den meisten Gemeinschaften muss man sich mega teuer einkaufen über Genossenschaftsanteile, oder man muss ein endloses Prozedere an Aufnahmeverfahren durchlaufen, oder man muss sich einem ganz klar durchstrukturierten Konzept angleichen, oder man hat kein Mitspracherecht z.B. bei neuen Bewerbern, etc.

Entsprechend suchen wir wohl nach der Königsklasse … nach gefestigten Menschen, die die Gemeinschaft nicht überlebenstechnisch brauchen sondern sie als Bereicherung erfahren, sie aktiv und bewusst mitgestalten, die Verantwortung übernehmen wollen, die sich selbst nicht so wichtig nehmen, die in der Lage sind, das Haus mit allem was dazu gehört als ihr Eigenes zu behandeln, denen Zuverlässigkeit wichtig ist, wohlwissend, dass es für nix im Leben eine Garantie gibt.

Uns ist es sehr wichtig, dass hier nur Menschen wohnen, die sich hier wohl fühlen. Deshalb haben wir keine langfristigen finanziellen Verpflichtungen geschaffen, um keine Mietzwänge zu schaffen. Wir wissen, dass sich Menschen verändern und dass wir diese Veränderung nicht verhindern dürfen, gleichzeitig aber auch keine dauerhaften Spannungen im Projekt erzeugen möchten.

Wir als Eigentümer bleiben und freuen uns über Menschen, die mit uns den Weg des gemeinschaftlichen Wohnens gehen.

Menschen, die sich bewusst sind … Jacqueline und Ralph leben hier und geben einfach nur die Möglichkeit, mit Ihnen zusammen zu leben … keiner schließt hier einen Mietvertag auf Lebenszeit und wenn jemand wieder geht, so ist das eine ganz natürliche Erscheinung im Fluss des Lebens. Wir alle müssen auch Entscheidungen treffen im Leben, die wir im ersten Moment als Erschütterung erleben und nicht erkennen, dass… wenn sich eine Tür schließt sich eine andere öffnet und wir alle die Möglichkeit haben etwas zu verändern und zu verbessern, wir müssen es nur tun. Besonders wir Menschen in Europa haben das große Glück unser Leben selbstbestimmend zu gestalten.

!!!!! … um Missverständnisse auszuräumen, wir wünschen uns natürlich dauerhafte Mitbewohner und gerne auch auf Lebenszeit, wir wollen nur klar zum Ausdruck bringen, dass

ein Leben miteinander eine echte Herausforderung ist und Kompromisse bedeutet.

Wir sind sicher, Ausdauer und Mut zahlen sich aus, und so bleiben wir weiter am Ball, um unsere Idee und Vision von unserem gemeinsamen Wohnen umzusetzen. Auch wenn der Prozess, eine runde Gemeinschaft zu bilden, noch in vollem Gange ist, wohl auch noch Zeit braucht, der eine oder andere Bewohner an seine Grenzen gerät und wieder geht … andere kommen und können mit der Vielfältigkeit der Menschen, den Regeln und Pflichten, den Möglichkeiten einfacher umgehen, und wir können mit den Bewohnern endlich unsere Idee vom Lädele mit einem kleinen Café zum Leben erwecken.

Würden wir es wieder machen?

Zum heutigen Zeitpunkt, JA!!! aber diesmal besser!!!

Deshalb wollen wir Euch von unsere Erfahrungen berichten

Unsere gemeinschaftlichen Erfahrungen im Leben haben uns gezeigt, dass wenn man es geschafft hat eine Gemeinschaft zu bilden, dieses Gefühl der Verbundenheit so wertvoll ist, dass es für die ganzen Anstrengungen mehr als entschädigt. Es ist vergleichbar mit einer Bergbesteigung, wo man diesen besonderen Moment am Gipfel erleben kann.

Wir freuen uns über einen Austausch mit anderen Projekten.